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frei nach Ovid und einer Textvorlage von Heinrich Waegner

Greif, 0 Herr, nicht in den Lehm,
den Du Adam willst benennen,
Was Du schaffst, wirst Du, nachdem
Du es schufst, nicht mehr erkennen,
aus: Moritat im Paradies (1936)
Jura Soyfer - geb. 1912 (Charkow), gest. 1939 (Buchenwald)

Obwohl jeder Schüler, soweit er sich in seiner Schullaufbahn für die lateinische Sprache entschied, Bekanntschaft mit Ovid und seinen Metamorphosen machte, bleiben sie doch manchem fremd. Bisweilen verwandelt die Beschäftigung mit ihnen sogar ansonsten liebenswerte und geduldige Schüler in zornige und wutentbrannte .

„Es werde Licht", befiehlt unser Jupiter eingangs. Mit diesem aufmunternden Vorsatz machten wir uns zu Beginn des letzten Schuljahres daran, die Ovid'schen Metamorphosen zu durchleuchten, dieses Sammelwerk aus dem ersten Jahrhundert nach Christus, das 250 mythische Verwandlungen beschreibt. Ovid selbst verbrannte die Texte aus Verärgerung über seine Verbannung - zum Leid aller Lateinschüler allerdings wurden sie in Abschriften dennoch überliefert.

Aus 250 Verwandlungsszenen wählten wir unter vielem „einerseits­andererseits - und sowohl - als auch jedoch" und orientiert an der Textvorlage von Heinrich Waegner einzelne Szenen zur dramatischen Umsetzung aus. „Doch was das heißt unterm himmlischen Dom" - sehen Sie selbst!

Maria Zeichart, K 13

Personal – ein kurzer Überblick.

Abel: Schafhirte, Sohn ↗ Adams und ↗ Evas, erschlagen vom Bruder ↗ Kain; von Ovid nicht wirklich erwähnt.

Adam: erster biblischer Mensch, ↗Evas Mann, vertrieben; von Ovid nicht wirklich beachtet.

Argus: hundertäugiger Wächter, der im Auftrag ↗ Junos die in eine Kuh verwandelte ↗ Io hütete. Nach seiner Ermordung durch Mercurius (= ↗ Hermes) setzte Juno die Augen des Argus auf den Schweif ihres Vogels, des Pfaus.

Aurora: frühlingslächelnde Göttin der Morgenröte.

Clymene: Mutter ↗ Phaetons, Geliebte des ↗ Sol.

Eva: Veganerin, ↗ Adams Frau, will schlauer sein als erlaubt.  Schuld an Adams und eigener Vertreibung aus dem Paradies; von Ovid keines Wortes gewürdigt (Männer!). 

Epaphus: Sohn ↗ Jupiters und der ↗ Io.

Hermes: Sohn des ↗ Jupiter, Götterbote mit Flügelhut (Dank an Michael Mayr!) und schnellen Schuhen, tötete ↗ Argus.

Inachus: weinerlicher Flussgott, Vater der ↗ Io, nicht zu verwechseln mit gleichnamigem Fluss in Argos/Griechenland.

Io: Tochter des ↗ Inachus, von  ↗ Jupiter verführt und in eine Kuh verwandelt, um sich dem Zorn der ↗ Juno zu entziehen (Männer!l)

Juno: Gattin und Schwester (!) des  ↗ Jupiter, verfolgte mit ihrer Eifersucht dessen Geliebte   ↗ Io , Callisto, Europa, Semele, Aegina und Alcmene, deren Sohn Hercules, den schönen Ganymedes, Semeies Spross Bacchus und dessen Pflegerin Ino, blendete Tiresias und nahm Echo die Möglichkeit, ungehindert zu sprechen (kein Kommentar!).

Jupiter: Herr über Götter und Menschen, Herrscher über Himmel und Erde; Vater des ↗ Hermes, Hercules, Bacchus,  ↗ Epaphus, Perseus, Aeacus, Minos, der Minerva und anderer Söhne und Töchter, teils durch Göttinnen, teils durch sterbliche Frauen, die er überlistet und verführt hat (kein Kommentar!).

Kain: Ackerbauer, Sohn ↗ Adams und  ↗ Evas. Bruder ↗ Abels, den er aus Existenzangst erschlug; von Ovid ignoriert.

Neptun: Bruder des ↗ Jupiter, Herr der Meere, Demagoge und Scharfmacher ("Wasser marsch!").

Phaeton: Sohn des ↗ Sol und der↗ Clymene, erhielt von seinem Vater die Erlaubnis, den Sonnenwagen einen Tag zu lenken ("Ich will Spaß, ich geb Gas!"), löste einen Weltbrand aus und wurde von ↗ Jupiter mit einem Blitz erschlagen.

Pyramus: Freund der ↗ Thisbe, weswegen seine Eltern ihm super viel Stress machen.

Schlange: verschenkt Äpfel, die ihr nicht wirklich gehören, wird bei Ovid nicht, wie im Alten Testament, diskriminiert.

Sol: Sonnengott, Vater des ↗ Phaeton, („Eltern haften für ihre Kinder").

Thisbe: Freundin des  ↗ Pyramus, weswegen ihre Eltern voll rumspießen.

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